Das beschauliche Örtchen Rastenberg liegt am südlichen Zipfel des Finnegebirges im nördlichen Thüringen, und zählt mit den dazugehörigen Gemeinden etwa 3.000 Einwohner.
Rastenberg ist eigentlich ein Kurort, der aber leider nach 1990 etwas an Wert verloren hat, weil die Investoren für ein neues Kurhaus ausblieben. Auch, wenn die Ortsväter offensichtlich bemüht sind, die sehenswürdigen Merkwürdigkeiten und Wanderwege zu pflegen, fehlen doch die Besucher, um all das zu genießen. Dabei ist die waldige und bergige Umgebung doch mit üppiger Flora und Fauna gesegnet. Die Straßen des Ortes sind ordentlich sauber und für die Versorgung der Gäste ist gesorgt. Das Schwimmbad am Rande der Stadt ist eines der größten im Umkteis von etwa fünfzig Kilometern. Auch seine Wasserrutsche mit einer Länge von achtzehn Metern kann sich sehen lassen. Oberhalb des Bades befindet sich ein Campingplatz in idyllischer Waldlage. Die Wanderwege rund um Rastenberg sind gut beschildert und sehr weitläufig und schön.
Der Brunnen vor dem Rathaus in Rastenberg

Der Brunnen vor dem Rathaus in Rastenberg

Öffentliche Telefonzelle in der Hauptstraße

Öffentliche Telefonzelle in der Hauptstraße

Vor dem Rastenberger Rathaus

Vor dem Rastenberger Rathaus

Der Fuchsturm - Aussicht über Rastenberg

Der Fuchsturm – Aussicht über Rastenberg

Rastenberg im Kinderwahn 2015

Dass Rastenberg ein Herz für Kinder hat, das sah man am 06. Juni ganz deutlich. Und dass die Kinder der Kurstädter so richtig ihren Spaß hatten, dafür hatten viele erwachsene Helfer gesorgt. Dieser Tag hatte mit seinen Attraktionen ein großes Lächeln und so manchen Lacher in die Gesichter der Kleinen gezaubert und bleibt sicher für lange Zeit in ihren Gedanken.

R-1 R-2 R-3
R-4 R-5 R-6
R-7 R-8 R-9

90 Jahre Rastenberger Waldschwimmbad 2015

Ein Jubiläum für die Rastenberger und die Freunde des Waldschwimmbades fand am letzten Juni-Wochenende 2015 statt. Das Waldschwimmbad feierte seinen 90. Geburtstag. Am Samstag des Wonendes sah es gar nicht so gut aus für dieses Jubiläum. Kühle Temperaturen und Regen brachten nur wenige Gratulanten. Um so freudiger waren die Initiatoren, als der Sonntag mit viel Sonne und recht warmen Temperaturen aufwartete. Der Besucherschwarm schien nicht mehr abzureißen. Trotzdem brachte das Wochenende etwa 750 Gäste.
Und so wurden die Gäste des Waldschwimmbades nicht nur durch das herrliche Wetter, sondern auch durch die Unterhaltungsprogramme für Jung und Alt angelockt.

Einladung

Einer der Höhepunkte war das Wasserspiel der Rastenberger Feuerwehr zu klassischer Musik.

Den Kameradinnen und Kameraden gelang auch hier etwas ganz Ausgezeichnetes.

Wasserspiele

Badespaß

Bei Wassertemperaturen von 20°C gefiel es den Besuchern des Waldschwimmbades Rastenberg auch im kühlen Nass.

Oldtimer

Der Shuttlebus

 Bade-Moden aus alten Zeiten und ein cooler Shuttle-Bus von Robur.Techn. Daten folgen

Bade-Moden

Spazierstöcke aus Rastenberg

Manfred Koch +2015

Manfred Koch +2015

2006…

Seit nun schon mehr als dreißig Jahren, sitzt der heute achtundsiebzigjährige Rastenberger, Manfred Koch, bei schönem Wetter auf der Bank vor seinem Haus, Hinter der Burg 3 in Rastenberg, und lässt seiner künstlerischen Ader freien Lauf. Die Rede ist von einzigartigen Schnitzereien. Der ehemalige Zimmermann und selbstständige Dachdeckermeister in siebenter Generation hat seine Liebe zur Schnitzkunst wohl von seinem Onkel geerbt. Dieser war bis zum Krieg Holzbildhauer in Buttstädt. Seine besten Kunstwerke sind individuell unterschiedliche Spazierstöcke. Die Einzigartigkeit seiner Werke liegt im Material und in der Individualität des Mannes, der es bearbeitet. „Ich bin ein Waldmensch“ sagt Manfred Koch über sich selbst. „Früher habe ich auch viel Sport getrieben und war auch befugt Prüfungen für Sportabzeichen abzunehmen. Bei seinen Spaziergängen durch heimische Wälder findet der Pensionär immer wieder Wurzeln von Ebereschen, die er fast ausschließlich nur mit einem Cattermesser formt. Durch die jahrelange Übung sieht es fast spielerisch aus, wenn er mit diesem Werkzeug umgeht. Somit bekommen Hölzer, welche schon die Natur geformt hat noch zusätzlich durch seine Hand eine einzigartige Form.  „Beim Rastenberger Kirschfest gehe ich immer noch ganz vorn als Zimmermann weg“ erzählt er. „Nach der Wende hat sich viel in unserer Stadt verändert. Ich habe meine Firma an einen Neffen weiter gegeben und mich zur Ruhe gesetzt. Fast neunzig Gebäude in Rastenberg habe ich mit meinen Leuten aufgestockt“. Und auch auf den früheren Bürgermeister, Andreas Vogel, ist der Mann gut zu sprechen. „Der hat während seiner Dienstzeit dafür gesorgt, dass wir alle Telefonanschlüsse und ordentliche Straßen bekamen. Heute ist das sicher alles schwerer, weil das Geld nicht mehr da ist.“ Und Manfred Koch ist stolz auf seinen Stammtisch, an dem er mit Abstand der älteste ist. Einmal hat Manfred Koch dem Bürgermeister von Rastenbergs Partnerstadt, Rastenfeld, einen seiner Sparzierstöcke geschenkt. Heute ist er stolz drauf, das sein Werk dort im Rathaus ausgestellt ist und das Stadtwappen hält. Früher, so erzählt, der Meister, hat er die Inschriften und Muster mit einem großen Brennglas in die Stöcke gebrannt. Aber das dauert sehr lange und ist sehr mühselig, denn er musste die übergroße Lupe immer sehr genau platzieren und den darunter liegenden Stock um ein Minimum weiter drehen. Heute wird so etwas mit einer elektrisch geheizten Drahtschlaufe erledigt und geht viel schneller. Trotzdem dauert die Herstellung eines Stockes etwa einen Tag. Inzwischen gibt es fast fünfhundert Spazierstöcke aus seiner Hand, die geschnitzten Tiere nicht mitgezählt. Auch war Koch schon siebzehn Tage im tropischen Regenwald von Malaysia. Dort hat er die Naturvölker und die dort heimische Fauna und Flora beobachtet und bewundert. Und bis vor kurzem war er über zwanzig Jahre lang Mitglied im Rastenberger gemischten Chor.  Manfred Koch blickt auf ein langes fassettenreiches Leben zurück.

Ein seltenes Stück - eine Osterrieder Krippe

Ein seltenes Stück – eine Osterrieder Krippe

Ein ganz besonderes Stück der Krippenbaukunst nennt die Gemeinde der katholischen Josefs- Kirche ihr Eigen. Sie ist ein Meisterwerk des Münchner Krippenkünstlers Prof. Sebastian Osterrieder. Er lebte 1864 bis1932 und darf wohl zu Recht, als einer der Wiedererwecker der bayrischen Krippenkunst bezeichnet werden. Osterrieders Krippen sind geprägt durch sein künstlerisches Talent und seinen volkstümlichen Geist. Durch Osterrieder wurde München zur damaligen Zeit buchstäblich ein internationales Zentrum der Krippenbaukunst. Die ganze Welt bestellte bei ihm Krippen. Sie wurden bis Nord- und Südamerika und Asien exportiert. Osterrieder war im Auftrag von Prinzregent Luitpold von Bayern im Jahre 1910 im Heiligen Land um Menschen und Gegenden zu studieren. An die 100 Figuren hat Osterrieder entworfen. Die Vorbilder für die dunklen, scharfgeschnittenen Gesichter, für die wallenden  Beduienengewänder hat er in Palästina studiert, wie auch die Geburtshöhle und die Bauwerke nach Landessitte. Orientalische Pracht konnte Osterrieder vor allem in den Gewändern entfalten. Er hüllte seine 20 bis 30 cm großen Figuren in farbenfrohe Stoffe. Die Körper formte er um Drahtgestelle mit einer selbst erfundenen Modelliermasse aus Leim, Gips, Hasenleim und Kreide, die er „französischen Hartguß“ nannte. Anschließend wurden die Figuren in Leimwasser  getränkten, mit Stoffen bekleidet und bemalt. Dank dieser Technik konnte er sie außerordentlich detailliert gestalten. Teilweise wurden ihnen Glasaugen eingesetzt, um sie noch lebendiger wirken zu lassen. Der Professor entwarf und baute vier Arten von Krippen: „die Höhle“, „die Ruine“, die „Kaiserkrippe“ im Renaissancestil mit Torbogen und hohen Säulen und den einfachen „Stall“. Viele Osterrieder – Krippen befinden sich in Schwaben und Bayern. Die Münchner Kirchen St. Ursula, St. Peter, St. Ludwig, 12-Apostel, St. Michael und Solln erhielten Krippen von Osterrieder. Auch Papst Pius X. und Kaiser Wilhelm II. hatten eine wertvolle Krippe des Professors in ihrem Privatbesitz. Osterrieder schuf Krippen für die Dome zu Linz/Österreich, Freising, Luxemburg, Bellerville, Cleveland, Mexiko, Pioria,  Uppsala, die Nürnberger Hauptkirchen, Zweibrücken, Paderborn, Altötting, Landshut, die Anima zu Rom und für viele Kirchen und Klöster. Weitere Krippen des Meisters findet man in Krumbach, in Babenhausen, in Illerberg(Familie Bidell), in Witzighausen, Bad Wurzach, Unterknöringen, Laupheim, Bad Wörishofen, Heimenkirch, Hergenweiler, Opfenbach, Ebratshofen, Kempten, Wengen, Haldenwang, Dorschhausen, Waltenhausen, Obergessetshausen, Wehringen, Buchloe, Heimatmuseum und Kreiskrankenhaus Illertissen und vielen anderen Orten. In der Ottobeuerer Barok-Krippe sind die Figuren der hl. Familie ebenfalls von Osterrieder. Schon zu Lebzeiten wurde der bayrische Künstler „der Krippenwast“ genannt. Seine, meist leichten, Figuren sind unverkennbar.